08|2026 Letzte Reise für den Gastank
08|2026 Letzte Reise für den Gastank
Alter Gastank der Stadtwerke dient jetzt der Löschwasserversorgung.
Fast wie ein U-Boot mutet an, was im Hof der Stadtwerke mittels Autokran und Tieflader auf die Reise geschickt wurde: Im Hang verbaut war dort über Jahrzehnte ein Erdgastank mit 100 Kubikmetern Fassungsvermögen, um schnell auf etwaige Spitzenlastschwankungen im Gasnetz reagieren zu können. Diesen „Reservepuffer“ braucht es dank der besseren überregionalen Versorgungsanbindung schon länger nicht mehr und so wurde der Rückbau eingeleitet, um Platz für Erweiterungen im Hof zu haben.
Simon Kranz, Leiter Netze und Betrieb der Stadtwerke, war es, der eine Nachnutzung in nächster Nähe ins Spiel brachte, wie Stadtbrandmeister Rainer Babbel berichtet. „Das Trinkwassernetz in Eggenrot ist für die Löschwasserversorgung und eine schnelle Entnahme im Brandfall nur bedingt geeignet, wir hatten dort also dringend Bedarf eines Speichers“, so Babbel. 2025 war es bei einer Routine-Spülung von Hydranten durch die Freiwillige Feuerwehr zu Wasserrohrbrüchen gekommen, weshalb konkreter Handlungsbedarf da war. Bei einer gemeinsamen Besprechung mit Wolfgang Baur, Leiter des Amts für Liegenschaften, Kranz und Babbel wurde die Idee schnell konkretisiert.
Unterhalb des Neubaugebiets Traubfeld wurde ein geeigneter Platz auf städtischem Grund gefunden, der mit Einsatzfahrzeugen angefahren werden kann und von dem aus die Löschwasserversorgung des Dorfes optimal aufgebaut werden kann. Dort wurde der Tank in den frühen Morgenstunden angeliefert und eingesetzt. „Wir bauen noch einen A-Saugstutzen an den Tank und können dann von dort aus die Schlauchleitungen legen“, schildert Babbel. Durch eine kontrollierte, langsame Befüllung kann so das Netz entlastet werden.
„Wir müssen 48 Kubikmeter Löschwasserabgabe pro Stunde im Brandfall über zwei Stunden aufrechterhalten können. Das ist mit der Dimension des Tankes abgedeckt“, erläutert Babbel. „Die Löschwasserversorgung für Eggenrot hat sich mit dieser günstigen, schnellen und technisch einfachen Lösung um 100 Prozent verbessert“, sagt Babbel. Für alle Beteiligten sei die charmante Lösung eine Win-Win-Situation, die mit einfachen Mitteln eine schnelle Abhilfe bedeute. „Wir freuen uns, wenn der Rückbau auf diese Weise noch einen Zusatzwert erhalten hat“, sagt Simon Kranz. Die Kosten für die gesamte Aktion teilen sich die Stadtwerke und die Verwaltung.





