01|2026 Zuleitung Eggenrot wird ersetzt
01|2026 Zuleitung Eggenrot wird ersetzt
Zweckverband RiesWasserVersorgung investiert in Infrastruktur zur Sicherung der Wasserversorgung.
Fünf Rohrbrüche über den Jahreswechsel von November bis Januar auf einem eng begrenzten Leitungsabschnitt: Mit dieser Häufung von Schäden mussten sich die Wasserkunden in Eggenrot, Altmannsweiler, Engelhartsweiler, Hinterlengenberg, sowie den nördlich angrenzenden Wohnplätzen auseinandersetzen. Druckverluste und zeitweise Wasserabstellungen bei den Reparaturen waren die Folge. Der Grund: Die Trinkwasserzuleitung ist in die Jahre gekommen und weist örtlich begrenzte Schwachstellen auf. Nun wird sie erneuert, wie der Zweckverband RiesWasserVersorgung (RWV) und die Stadtwerke Ellwangen in einer gemeinsamen Pressemitteilung informieren.
„Wir wussten, dass dieser Leitungsabschnitt erneuert werden muss“, sagt Ekkehard Böhm, technischer Leiter der RWV. „Die Planungen seitens der Riesgruppe bestehen seit 2022 und wurden auch frühzeitig mit einem planenden Ingenieurbüro abgestimmt, da vorgesehen war, die Maßnahme in Koordination mit dem geplanten Radwegausbau entlang der L1060 umzusetzen, um Synergien zu nutzen. Dieser Radwegbau wurde jedoch mehrfach verschoben, zuletzt auf einen Zeitraum nach der Landesgartenschau im Jahr 2027.“
Bei der Freilegung der Leitung zeigte sich, dass diese materialseitig überwiegend in gutem Zustand ist. Die Ursachen der Rohrbrüche liegen vielmehr in ungünstigen Bettungsverhältnissen: Im Bereich einzelner Schadstellen befanden sich punktuell Steine und Felsstücke im Leitungsbett, die über Jahrzehnte hinweg lokal Korrosion verursacht und das Gussrohr an diesen Stellen geschwächt haben.
Die Schäden traten jeweils im Zusammenhang mit erhöhten Wasserabnahmen im Netz auf, die zu Druckschwankungen und erhöhten Fließgeschwindigkeiten führten. Begünstigt wurde die Schadenshäufung durch die bereits vorhandenen Schwachstellen sowie durch Bodenbewegungen und Durchfeuchtung des Erdreichs infolge der Reparaturarbeiten. Nach der Freilegung, Verfüllung und Verdichtung im Zuge der ersten Schadensbehebung erwiesen sich weitere geschwächte Stellen in unmittelbarer Nähe als anfällig.
In den vergangenen Wochen wurde intensiv nach einer kurzfristig umsetzbaren Lösung gesucht. „Der Trassenverlauf unterliegt zahlreichen technischen und rechtlichen Vorgaben“, erläutert Böhm. „Im Untergrund befinden sich bereits viele andere Leitungen, die Straßenfahrbahn soll grundsätzlich leitungsfrei bleiben, und alternative Trassenführungen über private Grundstücke konnten nicht realisiert werden.“ Dabei war stets wichtig, private Belange zu respektieren.
Neue Leitung mit Spülbohrung
Letztlich fand Böhm die Lösung mit einer Ausnahmegenehmigung der EnBW ODR, die eine 20 KV-Leitung dort im Boden hat. „Wir dürfen mit einer Spülbohrung diese Leitung unterkreuzen“, erläutert Böhm. Die Firma Martin Roth und Söhne aus Ellwangen ist bereits beauftragt und soll – wenn die Witterung mitspielt – noch im Februar die neue Leitung auf circa 600 Metern einschießen. Beim Anschluss der neuen Leitung werden dann zwar nochmals kurzzeitige Wasserversorgungsunterbrechungen nötig, für die Zukunft sollte dieses Problem dann aber gelöst sein.
Der Zweckverband informierte frühzeitig sein zuständiges Gremium über die Situation. Die erforderlichen Finanzmittel für eine außerplanmäßige Erneuerung wurden noch vor Weihnachten freigegeben. Eine Umsetzung scheiterte zunächst ausschließlich an der fehlenden genehmigungsfähigen Trassenführung.
Eigentümer der Leitung ist zwar die RWV, Abnehmer des Wassers aber Kunden der Stadtwerke, weswegen von dort Unterstützung bei der Kommunikation kam. „Wir haben auf unseren Kanälen unsere Kunden über Schäden und anstehende Versorgungsausfälle zeitnah und so gut es geht informiert“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Powolny, der Böhm und der RWV für ihr Engagement und ihren Invest ins Netz dankt. Allen betroffenen Abnehmern danken Böhm und Powolny für ihre Geduld.

