FAQ zum Notfallplan Gas: Stadtwerke Ellwangen

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FAQ zum Notfallplan Gas

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 30. März vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen.

Was ist der „Notfallplan Gas für die Bundesregierung“?

Im „Notfallplan Gas“ ist geregelt, was zu tun ist, falls es dazu kommen sollte, dass in Deutschland weniger Gas zur Verfügung steht als ge- und verbraucht wird.


Warum gilt aktuell die Frühwarnstufe?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat auf die aktuell angespannten Beziehungen zu Russland reagiert und am 30. März 2022 die Frühwarnstufe des Notfallplans ausgerufen. Das war wichtig und richtig. Denn jetzt gibt es ein Krisenteam, das die Versorgungslage besonders genau und intensiv beobachten und bewertet. Gut zu wissen: Die Versorgung mit Gas ist aktuell nach wie vor sicher. Und Gas aus Russland fließt im Moment wie vereinbart und vertragsgemäß ins deutsche Gasnetz. Außerdem haben wir noch ausreichend Gas in den Speichern. Damit ist die Versorgung für diese Heizperiode sichergestellt.

Ist in Deutschland schon mal eine Frühwarnstufe ausgerufen?

Nein, bis zum 30. März 2022 ist in Deutschland noch keine Frühwarnstufe nach dem „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ ausgerufen worden. Übrigens, vor Deutschland haben schon zwei andere europäische Länder zu dieser Maßnahme gegriffen: In Italien kam die Frühwarnstufe am 26. Februar 2022, Lettland hat sie elf Tage später am 9. März 2022 ausgerufen.

Was bedeutet „Gasmangellage“?

Eine Gasmangellage tritt dann ein, wenn es keinen Ausgleich zwischen Einspeisung und Ausspeisung mehr gibt. Oder anders ausgedrückt: Wenn weniger Gas ins deutsche Gasnetz kommt als verbraucht wird, reden wir von Gasmangellage. Gut zu wissen: Gasmangellage heißt nicht automatisch, dass kein Gas mehr fließt, sondern dass weniger Gas im Netz ist. Und das bedeutet: Das vorhandene Gas muss neu oder anders verteilt werden, damit das Gasnetz weiter stabil und sicher betrieben werden kann.

Wie sieht es aktuell bei der Versorgung mit Gas aus?

Für die laufende Heizperiode ist die Versorgung mit Erdgas gesichert. Aktuell halten alle Vorlieferanten ihre Verträge ein. Und auch wir, die Stadtwerke Ellwangen, beliefern alle unsere Kunden mit dem Erdgas, das sie bestellt haben.

Was tun die Stadtwerke Ellwangen bei einer Gasmangellage?

Wenn es zu einer Gasmangellage kommt – das heißt, wenn weniger Gas ins Netz kommt als verbraucht wird – erhält die Bundesnetzagentur besondere Befugnisse. Bei ihr laufen dann alle Informationen über die aktuelle Versorgungslage zusammen, und sie bestimmt die weitere Vorgehensweise. Wir als sogenannter Verteilnetzbetreiber, der die Leitungen bis zu den Endkunden betreibt, haben im ersten Schritt vor allem eine Aufgabe: Der Bundesnetzagentur die Abnahmemengen der verschiedenen Verbrauchergruppen zu nennen. Danach wird entschieden, wo Gas eingespart werden kann. Gut zu wissen: Haushalte gehören zu den sogenannten geschützten Kunden. Das heißt, sie haben wie zum Beispiel Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr oder soziale Einrichtungen Vorrang und bekommen auch bei einer Gasmangellage weiter Gas zum Heizen und Kochen.

Was ändert sich im Moment für mich als Kundin oder Kunden?

Nichts, im Moment bleibt alles beim Alten. Sie bekommen weiter das Gas, das Sie brauchen. Wir unterstützen dabei den Aufruf von Bundesminister Robert Habeck, der zum Energiesparen aufgerufen hat. Einmal weil es der Umwelt und dem Klima hilft, und zum anderen, weil in der aktuell angespannten Weltlage gilt: Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde ist eine gute Kilowattstunde.

Was ist, wenn aus Russland kein Erdgas mehr kommt?

Wenn es zu einem Lieferstopp von russischem Gas kommt, ist die Gasversorgung für diese Heizperiode trotzdem gesichert. Das heißt: In den kommenden Monaten muss keiner und keine frieren. Die Bundesregierung bemüht sich aktuell, neue Lieferquellen für Deutschland zu erschließen und damit ein Stück weit unabhängiger von russischen Lieferungen zu werden. Wahr ist allerdings auch: Welche langfristigen Folgen im Einzelnen ein länger andauernder Lieferstopp hat, können wir heute noch nicht sagen.

Was kann man zur Preisentwicklung von Erdgas sagen?

Der Krieg gegen die Ukraine ist nur eine der Ursachen dafür, dass die Preise für Erdgas und Energie allgemein deutlich gestiegen sind. Schon im Herbst 2021 sind die Börsenpreise nach oben geschossen, weil sich nach den Lockdowns die Wirtschaft schnell erholt hat und damit auch die Nachfrage nach Erdgas stark gestiegen ist. Wie sich die Lage zukünftig entwickelt, und zu welchen Preisen wir bei den unruhigen Energiemärkten Gas zukünftig einkaufen, können wir heute noch nicht sagen. Eines aber ist sehr wahrscheinlich: Mit sinkenden Preisen ist in den nächsten Monaten nicht zu rechnen, und Erdgaskunden müssen sich auf höhere Heizkosten einstellen.

Was sagen Sie zu aktuellen politischen Hintergründen in Bezug auf die Gasversorgung in Deutschland?

Als Gasversorger und/oder Gasnetzbetreiber stehen wir über Verbände und persönliche Kontakte in Verbindung mit unseren relevanten Geschäftspartnern und Vorlieferanten bzw. Fernnetzbetreibern. Zu nationalen oder internationalen politischen Entwicklungen und Entscheidungen haben wir jedoch keine eigenen Quellen.

Unser Tipp: Schauen Sie doch auf die Seiten der Bundesnetzagentur. Sie berichtet ständig über die aktuelle Lage der Gasversorgung in Deutschland, und zwar hier.

Auch das BMWK selbst hat die wichtigsten Fragen in einem FAQ-Dokument eräutert, das hier zum Download bereitsteht.

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